Das KCE ist in europäische und globale Expertennetzwerke eingebunden. Es genießt eine hohe wissenschaftliche Reputation und ist in zahlreichen Arbeitsgruppen auf internationaler Ebene vertreten.
Das KCE ist Mitglied der folgenden internationalen Netzwerke:
- EUnetHTA
- INAHTA (International Network of Agencies for Health Technology Assessement)
- IHSI
- Beneluxa Initiative on Pharmaceutical Policy
- GIN (Guidelines International Network)
- HTAI
An diesen europäischen Projekten ist das KCE beteiligt:
- EUnetHTA 21
- IMI-PREFER
- EU-RESPONSE
- PERMIT (PERsonalised Medicine Trials)
- Observatoire Européen des Systèmes et Politiques de Santé (OMS)
- IHSI Medical Devices
Internationalen Netzwerke:
- EUnetHTA (European network for Health Technology Assessment) ist das europäische Netzwerk für Health Technology Assessment. Es umfasst über 30 Mitgliedsländer. Das allgemeine Ziel von EUnetHTA besteht darin, eine effiziente und zukunftsfähige Struktur für die Bewertung von Gesundheitstechnologien (HTA) in Europa zu schaffen und dabei zu helfen, zuverlässige, aktuelle, transparente und übertragbare Informationen zusammenzutragen, um einen Beitrag zur Bewertung von Gesundheitstechnologien in den EU-Ländern zu leisten. Hierzu werden von EUnetHTA Standardmethoden und -verfahren erstellt und gemeinsame Arbeiten für „Joint and Collaborative Assessments“ organisiert, die von den Mitgliedstaaten genutzt werden können. Im September 2021 hat EUnetHTA das Projekt EUnetHTA 21 ins Leben gerufen, an dem sich auch das KCE beteiligt. Im Rahmen von EUnetHTA21 werden die Verfahren für zukünftige Arbeiten innerhalb des nachhaltigen HTA-Netzwerks der EU gemäß den Bestimmungen der beschlossenen neuen europäischen Verordnung über die Bewertung von Gesundheitstechnologien, die am 22. Dezember 2021 veröffentlicht wurde, vorbereitet.
- INAHTA (International Network for Health Techology Assessment) ist das europäische Netzwerk der HTA-Agenturen. Es bietet seinen Mitgliedern ein Forum, in dem sie ihre gemeinsamen Interessen in Bezug auf die Bewertung von Gesundheitstechnologien ermitteln können. INAHTA ist für die Veröffentlichung des internationalen Verzeichnisses der HTA-Projekte und -Berichte (HTA database) zuständig und beteiligt sich an dem Projekt HTA Glossary. Im Jahr 2021 beteiligte sich das KCE außerdem an der Entwicklung des INAHTA Patient Involvement Position Statement.
- IHSI Bei (International Horizon Scanning Initiative) handelt es sich um ein internationales Projekt, das in den kommenden zwei Jahren Informationen über neu auf den Markt kommende Medikamente bündelt, und das somit sowohl in klinischer als auch in finanzieller Hinsicht Auswirkungen von großer Bedeutung haben könnte. Anhand dieser Daten können die politischen Verantwortungsträger den Markteintritt dieser neuen Produkte planen und ihre Politik entsprechend vorbereiten. Die Daten können außerdem bei Preisverhandlungen mit der Pharmaindustrie von Nutzen sein.
- Beneluxa Initiative on Pharmaceutical Policy ist eine Initiative, in der sich HTA-Agenturen aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich und Irland zusammengeschlossen haben. Diese Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Patienten aus diesen Ländern Zugang zu hochwertigen und kostengünstigen Behandlungen zu ermöglichen. Hierzu kooperieren die Mitglieder in den Bereichen Horizon Scanning (dabei wird gesundheitlichen Herausforderungen durch Monitoring von neu auf den Markt kommenden Pharmaprodukten vorgegriffen), Austausch von Informationen, Fachwissen und Beispielen guter Praxis und in Form gemeinsamer Verhandlungen über die Preise der auf ihren jeweiligen Märkten neu eingeführten Produkte (was zu einer besseren Preistransparenz führt).
- GIN (Guidelines International Network) ist eine internationale Vereinigung von Organisationen und Einzelpersonen, die im Bereich der Entwicklung medizinischer Leitlinien (Guidelines) tätig sind. GIN hat sich zum Ziel gesetzt, durch die systematische Entwicklung von Leitlinien und deren Umsetzung auf internationaler Ebene zur Verbesserung der Qualität der Gesundheitsversorgung beizutragen.
- HTAi ist eine internationale wissenschaftliche Organisation für die Bewertung von Gesundheitstechnologien (Health Technology Assessment). Es handelt sich um ein neutrales Forum, in dem Wissenschaftler, Forschungsagenturen, politische Entscheidungsträger, Industrievertreter, Akademiker, Gesundheitsdienstleister, Patientenvertreter, Verbraucher und andere Stakeholder aus 65 Ländern aus 5 Kontinenten vertreten sind. Das HTAi-Netzwerk organisiert jedes Jahr einen internationalen wissenschaftlichen Kongress und beteiligt sich am Projekt HTA Glossary. Das KCE ist mit mehreren Mitarbeitern in verschiedenen Arbeitsgruppen vertreten (z. B. in der Patient and Citizen Involvement Group) und nimmt an Schulungen teil.
Europäischen Projekten:
- EUnetHTA21: Das Projekt EUnetHTA 21 wurde im September 2021 ins Leben gerufen. Damit soll die Durchführung der gemeinsamen Vorhaben von EUnetHTA fortgesetzt und auf die gewonnenen Erkenntnisse aufgebaut werden. Im Zuge dieser Arbeiten soll die zukünftige EU-HTA-Zusammenarbeit im Rahmen der neuen HTA-Verordnung unterstützt werden. Das Konsortium EUnetHTA 21 wird vom ZIN (Niederlande) geleitet und umfasst die folgenden HTA-Agenturen: AEMPS (Spanien), AIFA (Italien), AIHTA (Österreich), GBA (Deutschland), HAS (Frankreich), INFARMED (Portugal), IQWIG (Deutschland), KCE (Belgien), NCPE (Irland), NIPN (Ungarn), NOMA (Norwegen) und TLV (Schweden).
- IMI-REFER ist ein Projekt im Rahmen der Innovative Medicines Initiative (IMI), bei dem die akademische Welt, die Biopharmabranche, Patientenorganisationen und HTA-Agenturen (darunter das KCE), Regulierungsbehörden und Zahlstellen sowie KMU zusammenarbeiten, um Themen zu behandeln, die alle Akteure der Gesundheitspflege betreffen. Im Rahmen des PREFER-Projekts wird untersucht, wann und wie bei der Entwicklung von Medizinprodukten die Patientenpräferenzen in die Entscheidungsprozesse der verschiedenen Beteiligten von der Industrie über die HTA-Agenturen und die Zahlstellen der Gesundheitspflege bis hin zu den Regulierungsbehörden eingebunden werden können. Derzeit wird in Bezug auf die Patientenpräferenzen ein methodischer Rahmen für die Studien ausgearbeitet. Dieser umfasst sämtliche Aspekte von der Feststellung sensibler Beschlüsse in Bezug auf die Präferenzen bis hin zur Nutzung evidenzbasierter Daten, die diese Präferenzen in verschiedenen Entscheidungsprozessen betreffen. Das KCE hält den Vorsitz der HTA&Payers Advisory Group und leitet die Kommunikation mit den HTA-Agenturen. Darüber hinaus ist es in allen Arbeitsgruppen vertreten und führt den stellvertretenden Vorsitz der Arbeitsgruppe Empfehlungen.
- EU-RESPONSE Ist ein Forschungsnetzwerk zur Vorbereitung auf Pandemien und neu auftretende Seuchen. Es handelt sich hierbei um ein auf 5 Jahre angelegtes multinationales Projekt, das von INSERM (Frankreich) koordiniert und ebenfalls über das europäische Programm für Forschung und Innovation H2020 finanziert wird. Ziel ist die Entwicklung einer anpassungsfähigen europäischen Plattform für klinische Prüfungen im Zusammenhang mit COVID-19 und anderen neu auftretenden Seuchen (SolidAct Trial). In diesem Rahmen können Krankenhäuser aus ganz Europa eingebunden werden. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des KCE ist Mitglied des unabhängigen Beirats für Wissenschaft und Ethik, der geschaffen wurde, um über die Struktur der Plattform „EU-SolidAct“ und vorrangig zu prüfende Medikamente zu beraten.
- PERMIT (PERsonalised MedicIne Trials) ist ein Projekt, dessen Ziel es ist, methodische Standards für klinische Studien in der personalisierten Medizin festzulegen. Das Projekt wurde im Januar 2020 im Rahmen des europäischen Programms für Forschung und Innovation H2020 in die Wege geleitet. Das Konsortium umfasst paneuropäische Strukturen (ECRIN, EATRIS, ELIXIR-LU/UNILU), Sponsoren aus dem Bereich der Forschung (DLR), HTA-Agenturen (KCE, ISCIII), Patientenvertreter (EPF), zuständige Behörden (ISS) und Wissenschaftler aus dem Bereich Datenschutz (TMF).
- Europäisches Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik (WHO): Das KCE übernimmt die Vertretung Belgiens beim Europäischen Observatorium für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik (European Observatory on Health Systems and Policies) der WHO. Das Observatorium unterstützt durch umfassende und gründliche Analysen der Dynamik von Gesundheitssystemen in Europa eine wissenschaftlich abgestützte Gesundheitspolitik und veröffentlicht beispielsweise die länderspezifischen HIT (Health systems in Transition)-Berichte, in denen das jeweilige Gesundheitssystem ausführlich beschrieben wird. Seit 2010 obliegt es dem KCE, den Bericht über das belgische Gesundheitssystem im Health Systems and Policy Monitor: Belgien regelmäßig zu aktualisieren. Darüber hinaus ist das KCE für die Plattform zuständig, in der die von Belgien ergriffenen Maßnahmen zur Bewältigung der COVID-19-Krise zusammengefasst werden. Dies erfolgt seit 2020 über den COVID-19 Health System Response Monitor: Belgien.
- IHSI-Medical Devices ist ein Projekt, das aus dem internationalen Netzwerk IHSI heraus entstanden ist, das sich mit dem Horizon Scanning von Pharmaprodukten befasst. Die Initiative möchte ein vergleichbares System für medizinische Geräte entwickeln. Das KCE ist Mitglied der Arbeitsgruppe und soll dort insbesondere seine Erfahrung auf dem Gebiet der prospektiven Analyse einbringen (vgl. KCE-Bericht 283).
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